„Hospiz – Heimat für alle“: Nur jede:r Zehnte bekommt einen Platz
Welthospiztag am 11. Oktober 2025 – Caritas-Hospize machen auf Versorgungslücken aufmerksam
Ein Hospiz ist weit mehr als ein Ort medizinischer Betreuung. Es ist ein Zuhause auf Zeit – ein Ort der Geborgenheit, Würde und Nähe für Menschen am Lebensende. Doch in Berlin zeigt sich: Die Nachfrage ist weit größer als das Angebot.
Das Caritas-Hospiz Berlin-Pankow bietet schwerstkranken Menschen in ihrer letzten Lebensphase palliative Versorgung, Geborgenheit und Begleitung. Ziel ist es, ein würdevolles Leben und ein friedliches Sterben zu ermöglichen – mit medizinischer und pflegerischer Kompetenz, Zeit und echter Zuwendung.
Angehörige werden bewusst einbezogen und in dieser herausfordernden Zeit begleitet. Genauso gilt die Sorge denen, die hier einen geliebten Menschen verlieren. Das Hospiz, mitten in einer grünen Parkanlage in Berlin-Pankow, bietet Raum für Ruhe, Nähe und Menschlichkeit.
Nur jeder Zehnte findet einen Platz
Im Caritas-Hospiz Berlin-Pankow gehen jedes Jahr rund 1.000 bis 1.200 Anfragen ein – aufgenommen werden können jedoch nur etwa 100 Gäste.
„Die entscheidende Frage ist: Was passiert mit den Menschen, die wir nicht aufnehmen können?“, sagt Tobias Neumann, Leiter des Hospizes.
Ein Drittel findet Platz in einem anderen Hospiz, ein weiteres Drittel wird zu Hause begleitet – meist durch ambulante Palliativteams. Das letzte Drittel wird in Krankenhäusern, auf Palliativstationen oder in der häuslichen Pflege versorgt.
Hospize – ein Lernort für Würde
In Deutschland gibt es rund 270 stationäre Erwachsenen-Hospize mit insgesamt 2.600 Betten. Jährlich werden dort etwa 35.800 Menschen begleitet – das sind nur drei bis vier Prozent der rund eine Million Sterbefälle pro Jahr.
„Selbst eine Verdopplung der Hospizplätze würde die Situation nur für wenige ändern“, so Neumann. „Entscheidend ist, die Bereiche zu stärken, in denen die meisten Menschen sterben – Pflegeheime, Krankenhäuser und die häusliche Versorgung.“
Hospize übernehmen dabei eine wichtige Rolle: Sie sind auch Ausbildungsorte für Pflegekräfte, die dort lernen, was würdevolle Begleitung bedeutet. Doch seit Einführung der generalistischen Pflegeausbildung kommen immer weniger Auszubildende in die Hospize – wertvolles Wissen droht verloren zu gehen.
„Heimat für alle“ – ohne Barrieren
Das Motto des Welthospiztags 2025, „Hospiz – Heimat für alle“, steht für Offenheit und Teilhabe. Denn auch im letzten Lebensabschnitt dürfen Herkunft, Sprache, sexuelle Identität oder finanzielle Situation keine Rolle spielen.
„Heimat im Hospiz darf kein Privileg sein. Unser Ziel ist, dass wirklich alle Menschen am Lebensende in Würde begleitet werden können“, betont Neumann.
Spenden helfen: Jeder Euro zählt
Hospize sind für die Gäste kostenfrei. Rund 95 Prozent der Kosten übernehmen die Krankenkassen – die verbleibenden 5 Prozent müssen über Spenden finanziert werden. Das sind etwa 20 bis 25 Euro pro Gast und Tag – Geld, das für das Besondere der Hospizarbeit steht: Zeit, Nähe und individuelle Begleitung.
Mit Ihrer Spende unterstützen Sie Menschen in einer besonders sensiblen Lebensphase – und helfen, dass Hospizarbeit in Berlin weiter ein Ort der Menschlichkeit bleibt.
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Caritas-Hospiz Berlin-Pankow














